23. Juli 2008 126
die Welt weiß es

Prolog aus natürlich übernatürlich, Seite 21
Leute, die Welt weiß, wie das Christentum aussehen sollte. Vor einigen Jahren war ich in New Yor City und bestieg das Taxi eines Iraners, der fast kein Englisch sprach. Ich sagte ihm, wo ich hin wollte, und als er losfur, wurde er fast von einem Kleinbus gerammt, der auf der Außenseite den Namen einer Pfingstgemeinde trug. Er wurde wütend und sagte: “Der Typ ist ja betrunken.” Ich sagte: “Nein, er ist Pfingstler. Vielleicht ist er vom Heiligen Geist betrunken, aber nicht vom Wein.” Er schaute mich an: “Weisst Du über Kirche bescheid?” Ich meinte: “Hm, vielleicht ein bisschen was. Was weisst Du?” Es war eine lange Fahrt von einem Ende Manhattans zum anderen und die ganze Zeit erzählte er mir eine Horrorgeschichte nach der anderen, die er über Kirchengemeinden gehört hatte. Er wusste, dass ein Pastor mit der Frau des Chorleiters abgehauen war, hatte von einem Paar gehört, dass ihre Kirche in Brand gesteckt hatte um die Versicherung zu kassieren – alles Schreckliche, was Du Dir vorstellen kannst. Als wir ankamen, bezahlte ich ihn und gab ihm ein besonders grosses Trinkgeld. Er schaute mich skeptisch an – er war schon eine Weile im Geschäft. Ich sagte: “Kann ich Dir eine Frage stellen?” Das war der Punkt an dem ich egentlich etwas erzählen wollte. “Wenn es einen Gott gäbe und er hätte eine Kirche – wie würde sie aussehen?” Er saß einen Moment da und überlegte, ob er darauf eingehen sollte. Dann seufzte er und sagte: “Wenn es einen Gott gäbe und er hätte eine Kirche – dann würde sie sich um die Armen kümmern, dei Kranken heilen und nichts dafür verlangen, dass sie die Gute Botsschaft verbreitet.” ich wandte mich ab und hatte so etwas wie eine Explosion im Herzen. “Oh Gott”, begann ich zu weinen, da ich mir nicht helfen konnte. “Oh Gott, sie wissen es. Die Welt weiss, wie es aussehen sollte. Die Kirche weiss es als einzige nicht.”
John Wimber (Orignal: the fragrance of justice, Kassetten-Set, Übersetzung Marlin Watling)
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[...] Leute, die Welt weiß, wie das Christentum aussehen sollte. Vor einigen Jahren war ich in New York City und bestieg das Taxi eines Iraners, der fast kein Englisch sprach. Ich sagte ihm, wo ich hin wollte, und als er losfuhr, wurde er fast von einem Kleinbus gerammt, der auf der Außenseite den Namen einer Pfingstgemeinde trug. Er wurde wütend und sagte: »Der Typ ist ja betrunken«. Ich sagte: »Nein, er ist Pfingstler. Vielleicht ist er vom Heiligen Geist betrunken, aber nicht vom Wein«. Er schaute mich an: »Weißt Du über Kirche Bescheid?« Ich meinte: »Hm, vielleicht ein bisschen was. Was weißt Du?« Es war eine lange Fahrt von einem Ende Manhattans zum anderen und die ganze Zeit erzählte er mir eine Horrorgeschichte nach der anderen, die er über Kirchengemeinden gehört hatte. Er wusste, dass ein Pastor mit der Frau des Chorleiters abgehauen war, hatte von einem Paar gehört, dass ihre Kirche in Brand gesteckt hatte um die Versicherung zu kassieren – alles Schreckliche, was Du Dir vorstellen kannst. Als wir ankamen, bezahlte ich ihn und gab ihm ein besonders großes Trinkgeld. Er schaute mich skeptisch an – er war schon eine Weile im Geschäft. Ich sagte: »Kann ich Dir eine Frage stellen?« Das war der Punkt an dem ich eigentlich etwas erzählen wollte. »Wenn es einen Gott gäbe und er hätte eine Kirche – wie würde sie aussehen?« Er saß einen Moment da und überlegte, ob er darauf eingehen sollte. Dann seufzte er und sagte: »Wenn es einen Gott gäbe und er hätte eine Kirche – dann würde sie sich um die Armen kümmern, die Kranken heilen und nichts dafür verlangen, dass sie die Gute Botschaft verbreitet.« Ich wandte mich ab und hatte so etwas wie eine Explosion im Herzen. »Oh Gott«, begann ich zu weinen, da ich mir nicht helfen konnte, »oh Gott, sie wissen es. Die Welt weiß, wie es aussehen sollte. Die Kirche weiß es als einzige nicht.« (Quelle: Storch) [...]
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[...] und Wochen einige sehr interessante Diskussionen bzw. Gespräche über die Einheit der Christen (siehe z.B. diese Diskussion bei Storch), an die ich auf meinem Blog gerne nochmals anknüpfen [...]
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[...] Einträge zu dem Titel: 1| Tags: Buch, Geschichte, Kirchengeschichte, vineyard, [...]
Bee schrieb am
13. August 2008 um 21:07@Storch: Hä? Wo issn das ein Argument gegen das Papstum? Ich bin zwar kein Kirchenrechlter, aber das Kirchenrecht sah nie und sieht keine Möglichkeit einen einmal gültig Getauften aus der Kirche auszuschließen. Ein “Rückgängigmachen” oder “Neutralisieren” der Taufe war und wird nie möglich sein. Wenn Du damit die Exkommunikation meinst, das ist eine Beugestrafe, die von jedem Bischof verhängt werden kann und sie ist der Ausschluss von der Communio also aus dem Gemeinschaftsleben, entzieht dem Betroffenen einige Recht (Ausübung von Ämter in der Kirche) und schließt vom Empfang aller Sakramente bzw. Sakramentalien bis auf die Beichte aus. Man kann streng genommen nicht aus der Kirche austreten. Die deutschen Bischöfe werten die Austrittserklärung zwar faktisch als Exkommunikation, stehen aber kirchenrechtlich auf sehr dünnem Eis. Die Bindegewalt der Kirche ist immer eine Reaktion auf eine Tat(-Sünde), wobei die Bischöfe quasi nur den Tatbestand amtlich festhalten und aussprechen was der Betreffende eh durch seine Tat eh schon im privaten vollzogen hat, da die Vergehen auf die Exkommunikation stehen nicht ausversehen passieren. Niemand treibt ausversehen ab oder entweiht die Eucharistie ausversehen.
Königstochter schrieb am
13. August 2008 um 22:02Was ist denn damit, dass es außerhalb der Kirche kein Heil gibt? Du hast die Frage ja weiter oben elegant umschifft, aber es interessiert mich immer noch.
Wenn ich Dich recht verstehe, bedeutet die Exkommunikation ja anscheinend nicht, dass man außerhalb der Kirche gestellt wird, aber wie ist es denn um das Heil bestellt, wenn man die Sakramente nicht mehr empfangen kann, insbesondere die Eucharistie?
storch schrieb am
13. August 2008 um 22:29die kirche spricht doch auch das anathema aus. und das ist doch wohl eine trennung von gott und kirche, nebst allen sakramenten, oder? http://de.wikipedia.org/wiki/Anathema
Bee schrieb am
13. August 2008 um 23:29Die Alleinseligmachende? Nun ja, die Kirche – und es kann nach katholischer und orthodoxer Auffassung nur eine geben – ist Symbol und Werkzeug des Heils. In ihr kann der Mensch das Heil im vollen Umfang erfahren, weil sie die von Jesus selber eingesetzen Sakramente und den Glauben weiter gibt. Die volle Wirksamkeit der vollkommenen Liebeshingabe Jesu, die uneingeschränkte leibhafte Gegenwart des auferstandenen Herrn, findet sich nach katholischem Glauben nur innerhalb der Kirche. Alle anderen christlichen Gemeinschaften weisen in Gestalt und Lehre Mängel auf, wie z.B. das Fehlen von Sakramenten. Neben der Kirche werden von katholischer Seite verborgene Heilswege vermutet und so kann auch jemand der nicht getauft wurde und keine Ahnung hat, dass Kirche existiert in den Himmel kommen, jedoch ist der Mensch verpflichtet in dem Maß wie er die Heilsmittlerschaft Jesu erkannt hat auch äußerlich den Geboten der Kirche zu folgen. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass man innerhalb der Kirche verloren gehen kann, nämlich wenn man in der Theorie weiß was geboten ist, aber einfach zu faul/gleichgültig/wasauchimmer ist es zu tun. Glauben, der sich nur in schönen Gedanken ergießt, aber keine Handlungen kennt, ist kein Glaube.
Was wenn man die Eucharistie nicht empfangen kann? Ziemlicher Mist. Mit schweren Sünden – auch welche die nicht direkt den Bischof auf den Plan rufen- kann man nicht zur Kommunion gehen. Ich mein… können, kann man schon, schließlich geht keine Alarmsirene an, wenn jemand mit Sünden im Gepäck in der Schlange steht, aber Paulus und alle die ich kenne, raten davon ab. Zunächst sollte man mal in seinem Gewissen rumkramen, warum das wieder so weit gekommen ist, dann sollte man die Sünde ansich bereuen (der Fehler liegt bei dieser Beziehung immer bei Menschen) und dann ist es sehr empfohlen beichten zu gehen. Überhaupt ist es sehr empfohlen beichten zu gehen, auch die Liebesbeziehung zu Gott noch nicht total in die Grüze gegangen ist, sollte man ab und an mal ein Beziehungsgespräch führen, man muss ja nicht immer warten bis man im Streit auseinander läuft. Wobei, wie bei jeder Beziehung, die größte Gefahr wahrscheinlich darin liegt sich langsam auseinander zu leben.
Stef schrieb am
14. August 2008 um 08:16Bee,
mich würde mal interessieren wie Du eigentlich zum (katholischen) Glauben gekommen bist (oder wurde das schon diskutiert?)
Was heißt denn übrigens “CCC” und “IC”?
Mach’ doch mal einen Blog oder Website auf, in der Du mal den katholischen Glauben erläuterst. Deine Statements finde ich nämlich interessant.
Was mich übrigens vor allem an den Päpsten stört, ist dass sie immer noch in uralten kaiserlichen (weltlichen) Gewändern herumlaufen und sich als Staatsoberhäupter behandeln/empfangen lassen. Finde ich nicht sehr “jesus-ähnlich”. Paulus war da anders drauf, oder nicht?
Zudem hat die katholische Kirche das gleiche oder noch größere Problem, dass die meisten Mitglieder kaum einen echten Glauben haben, von der Bibel wenig Ahnung haben und leben wie jeder Nichtchrist auch. Und noch schlimmer: sehr viele kath. Priester scheinen kaum einen bibeltreuen Glauben zu haben und ignorieren, dass mind. die Hälfte der Gemeinde eigentlich ungläubig ist (ich war ja schließlich auch mal in der kathol. Kirche und bei meinem Austritt habe ich mit dem zuständigen Priester gesprochen. Der hat sich offensichtlich nur gewundert, dass ich überhaupt ihm erkläre, warum ich austrete).
Bee schrieb am
14. August 2008 um 08:32Oh, Anathema übersehen: Das Aussprechen trennt ebenfalls nicht von der Kirchen, nur von Gott. Aber das machen alle auch nicht öffentlich bekannten Sünden. Die Taufe als Eingangssakrament wird da durch auch nicht neuralisiert, das geht eben nicht. Die Kirche stellt bei Exkommunikation und beim Anathema eben nur fest: Es gibt im Leben von XY schwere Sünden, er/sie irrt bei grundsätzlichen Lehren und ist nicht gewillt umzukehren. Die Kirche erwartet ein offentliches Schuldbekenntnis und Wiedergutmachung für die dadurch entstandenen Schäden. Solange das nicht passiert, wird die Vergebung nicht zugesprochen. Was gleichzeitig auch bedeutet, dass wenn der Tod in dem Zusand eintritt, der Himmel nicht erreicht wird. Angenommen jemand wie PZ Myer, der öffentlich über Youtub seine Hostienschänderei begangen hat, wäre katholisch getauft, dann wäre es ja auch ziemlicher Schwachsinn, wenn die Kirche offiziell sagen würde, dass er weiterhin genau das Sakrament, was er offiziell als Unsinn bezeichnet weiter empfangen kann, oder?
storch schrieb am
14. August 2008 um 09:59das wäre in der tat ziemlicher schwachsinn. allerdings hiesse es, so wie du es jetzt schreibst (was von allem anderen abweicht, was ich bisher darüber gelesen habe), dass man zwar in der kirche, aber nicht einmal errettet sein kann. das ist schon strange – man ist zwar kein teil des leibes christi, aber der katholischen kirche…
Bee schrieb am
14. August 2008 um 17:46@Storch: Nun, das ist wohl der größte Unterschied zwischen den Konfessionen. Wenn ich das richtig sehe, geht in den meisten Freikirchen das Grücht um, dass jeder der (bekenntnis-)getauft ist nie wieder aus dem Gnadenstand herausfallen kann und damit auch in den Himmel kommt. Ein Reinigungsort ist in den Vorstellungen ja nicht vorgesehen. Jede Tätigkeit, die als “Mitarbeit” am Erhalt oder Erwerb des Gnadenstandes gesehen werden könnte, wird daher abgelehnt. Das ist sehr komfortabel. Weil andersherum man eigentlich auch nichts tun kann, was einen in die Hölle bringt. Sicher sollte man auch als Freikirchler die Sünde meiden, aber irgendwie haben die, so scheint es mir, eher den Stellenwert einer geistlichen Wachstumsstörung und haben wenig bis keine Auswirkungen auf die Gemeinschaft, es sei denn, sie wird von einem Leiter begangen. Dabei wird der umfassende Charakter von Sünde, finde ich, unterschätzt. Sünde zerstört die Beziehung zu Gott und der Gemeinschaft, sie bindet die Seele an die falschen Dinge der Welt und an das eigene Ego und ist selbst determinierend d. h. zieht einen Rattenschwanz an weiteren falschen Entscheidungen und die Strafen hierfür hinter sich her. Im ungünstigsten Fall wird dann am Ende dann die Falscheste aller Entscheidungen treffen, nämlich die Gnade ganz ablehnen und …. nun, über die Ewigkeit der Hölle, braucht man wohl nicht wirklich zu diskutieren. Einer der Hauptarbeitsaufträge der Kirche ist es genau das bei ihren Mitgliedern zu verhindern. Wenn man Sünde als die Katastrophe des Menschseins begriffen hat, kann man diese Aufgabe der Kirche vielleicht mit dem Dienst von THW und Rotem Kreuz vergleiche. Jedoch geht sie vielen Leuten ziemlich auf die Nerven, wenn es um den Katastrophenschutz geht, weil die ewige Leier von geistlicher Disziplin, Gewissenerforschung, Reue, Umkehr, Genugtuung und Gehorsam nicht grade hip ist. Das jedoch damit ganz phantastische, befreiende und beglückende Liebeserfahrungen gemacht werden können, wird von vielen einfach nicht verstanden.
@Stef: Oh nö, da gibt es schon so schrecklich viele…. und wirklich gute.
Cdl. Arinze z. B. http://arinzewebcast.com/ , SQPN mit der täglichen Frühstücksrubrik- Was man schon immer wissen wollte, aber zu feige war zu fragen. Die FAQ-Seiten diverser Diozösen, Gemeinden und Bewegungen… Von Büchern wollen wir ja garnicht erst anfangen… es gibt sogar Katholisch für Dummis. Die andere Frage sprengt wohl das Blogformat entgültig….
Bee schrieb am
14. August 2008 um 20:14@Stef: Nachtrag zu Abkz. IC: War für unglaublich lange Zeit das 3. Buch in christlichen Haushalten. Die Imitatio Christi. Ich denke, Du wirst das kennen unter dem Titel Die Nachfolge Christi und ist wahrscheinlich neben der Bibel das gelesene christliche Buch. Der CCC ist das Compendium of the Catechism of the Catholic Church.
Stef schrieb am
14. August 2008 um 20:14@Bee:
Hey, Du hast ja lediglich eine meiner Fragen beantwortet!
Wo bleibt denn der Rest?
Der Hinweis auf die Webcast-Seite ist zwar interessant, aber doch nicht zu vergleichen mit einer eigenen, persönlichen Website, und dann am Besten auch auf Deutsch, oder?
Der christliche Glaube vermittelt sich doch nicht nur durch Fakten, sondern vor allem auch durch die Beziehungen.
Meinst Du nicht, dass Deutschland einen Blog und/oder eine Website von Dir über den katholischen Glauben braucht?
Ich denke schon
Stef schrieb am
14. August 2008 um 20:16Oh, das war aber gerade wirklich zeitgleich, Bee!
Danke für die Beantwortung der beiden Frage (”Die Nachfolfe Christi” habe ich übrigens bereits in meiner Bibliothek und wartet aber noch von mir gelesen zu werden).
So jetzt fehlt nur noch die Frage nach der Hof- und Kleiderordnung der Päpste…
storch schrieb am
14. August 2008 um 20:50ob man das heil wieder verlieren kann ist gegenstand einiger theologischer diskussion. die meisten tendieren allerdings zu “ja” insofern hast du das falsch verstanden, bee.
dass sünde die beziehung zu gott und der gemeinschaft trübt sehen wir auch so. dass sie gefährlich ist ebenso. wir legen viel wert auf persönliche heiligung.
das meist verkaufte christliche buch ist übrigens “die pilgerreise” von bunyan. ganz interessantes buch über den weg zu und mit gott.
Bee schrieb am
14. August 2008 um 23:06@Storch: LoL, verkauft? Nee, sowas kauft man selten selber. (Okay ich habs mir in Deutsch selber gekauft) Aber die IC hat fast jeder den ich kenne mit dem Shorter Christian Prayer Book (also Kl.Stundenbuch) bei der Firmung geschenkt bekommen. Das ist so Standard wie Gotteslob und Rosenkranz zur Ersten Heiligen Kommunion.
@Stef: Hof- und Kleiderordnung: Nun, der Papst ist ein Staatsoberhaupt und wird im Ausland und in Italien so behandelt. Der Vatican ist ein eigener Staat mit allem was dazu gehört. Eine Sache die man manchmal vergisst. Ich weiß nicht wie das Hofprotokoll früher bei den Europäischen Monarchen ausgeschaut hat, aber das alte Protokoll im Vatican hatte damit sehr wahrscheinlich viel Ähnlichkeit. JP I hat da vieles abgeschafft, er fand es unter anderem verstörend, dass die Schweizer Garde vor ihm auf die Knie ging, wenn er vorbei kam. Dem jetztigen Papst ist es augenscheinlich auch peinlich, wenn ehemalige Kollegen oder Kommilitonen vor ihm knien, was die jedoch nicht hindert das zu tun. Ich finde, man kann als Katholik dem Papst ruhig die gleiche Ehrerbietung erweisen, wie die Engländer der Queen. Die merkwürdige Kniesteife besonders in Germanland hat wohl eher was mit dem zu Recht generell gestörtem Verhältnis zur Obrigkeit zu tun. (Ich merks bei mir ja auch, ich kann auch schlecht Sir zu nem Autobahnbullen sagen… auch wenn die Streifenhörnchen in USA das irgendwie erwarten.) Wobei die papsttreue immer schon ein Vorwurf gegen Katholiken war und generell unterstellt wurde, dass sie schlechtere “Untertanen” waren, weil nicht das Fürstenwort maßgeblich war, sondern das Lehramt in Rom. Ein Grund warum Bismarck z.B. alles tat, um den Einfluss der Kirche im Rheinland zu unterbinden.
Die Klamotten…. nun…ich weiß grade mal das der Tuppes, der die Kasel trägt mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit der Priester ist und die Leutz im Talar und Chorhemd Messdiener sein müssten. Ich krieg die liturgischen Farben auf die Reihe (rosa,leider nur zwei Mal im Jahr, rosa find ich einfach supi) und da verließen sie ihn dann auch schon wieder… bis auf ääh.. nun zwei Sachen… eine aus dem Alten Testament, da wurden auch bestimmte Gewänder für den Gottesdienst vorgeschrieben und die Kasel soll irgendwie an das Zelt erinnern und… nun, die Ankleidegebete und dass die Klamotten quasi den Menschen verdecken soll, weil ja nicht er der jenige ist der in Wirklichkeit handelt….oder war’s das Joch Christi wie beim Skapulier? oder war das das Schultertuch? Sorry, ich weiß, dass man mir das alles mal ganz ausführlich erklärt hat, aber äh… irgendwie is et an mir vorbeigerauscht. Das diese Sachen ursprünglich mal dem modischem Geschmack der römischen Haut vole entsprachen und häufig preislich nicht grade auf KiK- oder Aldi-Streetware-Level sind… tja…ich find das daran rumzumotzen… äh… versteh mich jetzt bitte nicht falsch, aber da hör ich immer Judas aus dem Off, dass das mit dem Öl doch echt Verschwendung ist und das man für die Kohle doch die Armen von ganz Afrika… quatsch … Jerusalem satt kriegen würde. Die evangelischen Pfarrer stehen seit 500 Jahren in der low budget Variante auf der Kanzel und gehungert wird immer noch. So what? Irgendwie ist da der gleiche Knick in der Argumentation, wie bei dem Vorwurf, dass Humane Vitae die Aids-Epedemie in Süd-Afrika verursacht hat.
Stef schrieb am
15. August 2008 um 08:15Hey, Bee, wir wollen uns doch nicht streiten, oder?
Stimm’ mir doch einfach zu, dass das nicht jesus-like ist wie sich die Leute in der katholischen (und übrigens auch evangelischen!) Kirche kleiden und wie sie sich “feiern”* lassen (ich versuche mich vergeblich Deinem Schreibstil etwas anzupassen. Merkst Du das?
.
*) es gibt m.E. da einen Unterschied wie man seine Ehrerbietung einem Kirchenoberhaupt angemessen ausdrücken kann und soll und wie nicht. Mit einem Thronsessel als Papst im Kino zu sitzen fand ich übrigens ziemlich peinlich (auch wenn ich den jetzigen Papst durchaus schätze; habe mal eine Interview mit ihm gesehen und war beeindruckt)
Der Vergleich zu anderen Staatsoberhäuptern macht die Sache in meinen Augen noch schlimmer. Wie darf denn ein Kirchenoberhaupt überhaupt eine “Staatsmacht” haben? Findest Du die Vermischung von Kirche und Staat denn wirklich gut und richtig? Was denkt Gott darüber?
Wir Christen sollten doch Fremdlinge in dieser Welt sein. Unser Reich ist im Himmel und nicht auf Erden, oder?
Die frühen Christen haben es übrigens ja auch abgelehnt, dass ein Christ ein staatliches Amt bekleidet. Komischerweise wurde das anders als man den Bischöfen staatliche Privilegien (z.B. Steuerfreiheit, Dienstwohnung etc.) zur Zeit Konstantins anbot. Das haben die Bischöfe dann auch gerne angenommen (gut verstehe ich auch ein wenig nach den Verfolgungszeiten) und dann fing die Zeit der Ämterschacherei in der Kirche an (Johannes Chrysostomus hat das ja dann auch scharf kritisiert in seinen Predigten zum Epheserbrief).
Bitte mich nicht missverstehen. Es gibt eine Menge, was in der katholischen Kirche m.E. lehrmäßig richtig ist. Und ich bin begeistert von dem geistlichen Tiefgang und hohen Tugenden der Kirchenväter.
– etwas dagegen halten.
Aber nachdem Du so viel bei den anderen christlichen Gemeinschaften kritisierst (meist zu Recht übrigens), möchte ich da mal – in brüderlicher Liebe
Die katholische Kirche ist meiner Ansicht nach in vielen Bereichen eine riesige “Behörde”, in der es so viele Nichtchristen gibt wie kaum in einer anderen Konfession (gut die evangelische Landeskirche kommt dem wohl auch sehr nahe).
Warum wird denn in der katholischen Kirche so gut wie jeses Kind getauft, ohne wirklich zu prüfen, ob (zumindest) die Eltern wirklich gläubig sind?
Warum wird fast jedes Paar in der katholischen Kirche getraut, obwohl bei den meisten offensichtlich ist, dass sie nicht wirklich gäubig sind?
Warum werden in katholischen Kindergärten “ungläubige” Katholiken gläubigen Erzieherinnen, die jedoch nicht Mitglied der katholischen Kirche sind vorgezogen?
Und warum wird in der katholischen Kirche (i.d.R.) nicht das gelehrt und gelebt, was ihre eigenen Glaubensväter gepredigt und selbst gelebt haben?
Ich habe außer Dir übrigens noch keinen wirklich (rechts-)gläubigen, ernsthafte Katholiken getroffen. Woran liegt das?
So, ich hoffe ich habe Dich da am frühen Morgen nicht gleich umgeblasen.
Aber ich denke, dass Du Kritik gewöhnt bist und freue mich auf Deine Antworten
Gottes Segen,
Stefan
Stef schrieb am
15. August 2008 um 08:39Hi storch&Co,
hier noch (auf Dirk’s Blog) die Antwort von Enrico und ein interessanter Artikel aus der Zeitschrift “Charisma” über Lakeland:
http://dikosss.wordpress.com/2008/08/12/todd-bentley-und-scheidung/#comment-1008
Bin gespannt, was Ihr dazu denkt.
Stefan
storch schrieb am
15. August 2008 um 10:55ich bin gerade in paris und kann nicht viel lesen oder ins internet. vielleicht später.
steffie schrieb am
15. August 2008 um 12:51hey familie storch! alles gute zum 10.hochzeitstag!!! stimmt doch oder?
Gottes reichen segen für Euch beide und einen schööönen tag!
die neubauers
Stef schrieb am
15. August 2008 um 19:50Wenn das so ist, dann schließe ich mich den Grüßen an!
Wir haben übrigens übermorgen unseren Hochzeitstag (der 6.).
storch schrieb am
16. August 2008 um 15:05vielen dank, neubauers und stef. ja, es stimmt. 10 jahre sind es jetzt schon. irgendwie abgefahren.
christcarrier schrieb am
24. August 2008 um 12:06Hi folks.
Ich habe mir tatsächlich jetzt den ganzen Thread durchgelesen und bin in Hochspannung! Ich hoffe, ihr seid noch dabei.
Es gibt kaum ein Thema, was mir so am Herzen liegt wie Spaltung bzw. die Einheit zwischen uns Brüdern und Schwestern.
@Königstochter: aus dem katholischen Katechismus
-Wie sind die nichtkatholischen Christen zu betrachten?
In den Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften, die sich von der vollen Gemeinschaft der Katholischen Kirche getrennt haben, sind vielfältige Elemente der Heiligung und der Wahrheit zu finden. Alle diese Güter stammen von Christus und drängen auf die katholische Einheit hin. Die Mitglieder dieser Kirchen und Gemeinschaften sind in der Taufe Christus eingegliedert. Darum werden sie von uns als Brüder und Schwestern anerkannt.
-Wie kann man sich für die Einheit der Christen einsetzen?
Das Verlangen, die Einheit aller Christen wieder herzustellen, ist eine Gabe Christi und ein Ruf des Geistes. Dieses Verlangen betrifft die ganze Kirche und verwirklicht sich durch die Bekehrung des Herzens, das Gebet, die gegenseitige brüderliche Kenntnis und den theologischen Dialog.
Und diesen Dialog führe ich und praktiziere ich. Ich gehe zu den Jesusfreaks, aber auch in katholische Gottesdienste und lerne tatsächlich immer mehr stark gläubige Katholiken meines Alters kennen. Allerdings ist es ein anstrengender Spagat, und manchmal weiss ich auch selber nicht so richtig, wo ich hingehöre. Und dann weiss ich halt nur: ich gehöre zu Jesus. Und da werde ich wieder mit allen einig und es entsteht diese innere Einleibigkeit mit allen, die dazu willens sind.
Dazu möchte ich auch euch alle ermutigen. Auch der Papst sagt, dass die Einheit zuerst äußerlich momentan kaum zu erreichen ist. Sie muss innerlich beginnen, indem wir alle gemeinsam auf Christus schauen.
Zur Taufe: Es ist keineswegs so, dass Taufe in der Bibel nur Erwachsenen Gläubigen gespendet wird. Nachdem ich diese Lehre zuerst gefressen habe, hat mich Derek Prince eines besseren belehrt (Predigt:Du und Dein Haus) und mir die Augen geöffnet für die Rechtfertigung einer Kindestaufe und dem vielleicht katholischen Verständnis davon.
Schönen Sonntag und hoffentlich gehts hier weiter
Bee schrieb am
24. August 2008 um 21:22Herzlichen Glückwunsch an Familie Storch!
Also, auch wenn ich eigentlich schon mit Stef auf E-Mail umgestiegen war, bin ich, wenns hier weitergeht, wieder dabei.
Stef schrieb am
25. August 2008 um 23:21@christcarrier:
Schön, dass Dir die Einheit der Christen auch so am Herzen liegt.
@alle:
Ich habe auf meinem Blog einen weiteren Artikel zu diesem Thema geschrieben:
http://sschweizer.wordpress.com/2008/08/25/einheit-der-christen/
Wer weiter diskutieren will, ist herzlich hierzu eingeladen
@Bee:
Mach’ Dich schon mal startklar
Bee schrieb am
26. August 2008 um 23:27Oh… grade kam via greader ein Hinweis auf einen evangelischen Vorstoß in Sachen interkonfessionellem Dialog auf das Lappy… und die Reaktion der frommen Bande: http://materamata.blogspot.com/2008/08/confessio-augustana-kkk-und-schott-fr.html
äh… Vorsichtig öffnen, nicht jeder verträgt William Bouguereaus Malerei auf nüchternen Magen.